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Krypto Regulierung

Bitget MiCA-Lizenz: Was EU-Anleger jetzt wissen müssen

Bünyamin Ögdüm
Bünyamin Ögdüm 30. Juni 2026 9 Min. Lesezeit
Bitget MiCA-Lizenz: Was EU-Anleger jetzt wissen müssen

Bitget MiCA: Mit dem Stichtag am 1. Juli 2026 endet die letzte Übergangsfrist der EU-Krypto-Regulierung – und Bitget hat die Hürde nicht genommen. Die Börse mit Hauptsitz auf den Seychellen besitzt keine MiCA-CASP-Lizenz und stellt ihren EU-Betrieb zum 1. Juli 2026 ein. Was das für deine Guthaben, deine Steuerpflichten und den Wechsel auf eine lizenzierte Plattform bedeutet, erklärt dieser Artikel.

Ähnlich wie bei Binance gilt: Die fehlende Lizenz ist kein Unternehmensversagen, sondern das Ergebnis eines regulatorischen Prozesses. Deine Kryptos sind nicht verloren – aber du musst jetzt handeln. Noch unsicher, was MiCA überhaupt bedeutet? Eine verständliche Einführung findest du in unserem Artikel Was ist MiCA? Die EU-Krypto-Verordnung erklärt.

Hat Bitget eine MiCA-Lizenz?

Die klare Antwort: Nein. Bitget ist nicht im offiziellen ESMA-Register der lizenzierten Krypto-Dienstleister (CASP) geführt – Stand 30. Juni 2026. Die Börse hat keinen gültigen MiCA-CASP-Status erlangt und darf ab dem 1. Juli 2026 keine neuen Krypto-Dienstleistungen mehr für EU-Nutzer anbieten.

Das bedeutet konkret: Neukäufe, Einzahlungen und aktive Services werden für EU-Konten eingestellt. Auszahlungen sollen voraussichtlich weiter möglich bleiben, damit Nutzer ihre Assets geordnet abziehen können. Wie der aktuelle Lizenzstatus deiner Börse aussieht, prüfst du jederzeit kostenfrei mit dem CoinTracking MiCA-Check.

Bitget MiCA im Detail: Lizenzstatus, Behörde und Zeitleiste

Die wichtigsten Fakten zum Bitget MiCA-Status im Überblick:

  • Unternehmenssitz: Seychellen (keine EU-Niederlassung mit CASP-Status).
  • MiCA-CASP-Lizenz: nicht vorhanden – nicht im ESMA-Register geführt (Stand: 30. Juni 2026).
  • Laufender Antrag: Bitget hat in Österreich bei der FMA einen MiCA-Antrag gestellt, der bislang nicht genehmigt wurde.
  • Europäischer Hauptsitz: Bitget hat sein europäisches Headquarters in Wien, Österreich, aufgebaut und von dort aus den Lizenzantrag bei der FMA gestellt.
  • Frankreich: Bitget steht seit 2023 auf der Warnliste der französischen Finanzaufsicht AMF und hat seinen Marktrückzug aus Frankreich bereits vor dem MiCA-Stichtag eingeleitet.
  • Stichtag EU-Betrieb: 1. Juli 2026 – keine Neukäufe und keine Einzahlungen mehr für EU-Nutzer ab diesem Datum.
  • Auszahlungen: voraussichtlich weiterhin aktiv, damit Nutzer ihre Guthaben abziehen können.

Bitget hat durchaus Ambitionen für den EU-Markt: Der Aufbau eines Wiener Hauptsitzes und der laufende Antrag bei der österreichischen FMA zeigen, dass die Börse eine regulatorische Basis in Europa anstrebt. Der Prozess dauert jedoch länger als der MiCA-Stichtag erlaubt. Ohne genehmigte CASP-Lizenz ist ein weiterer EU-Betrieb ab dem 1. Juli 2026 nicht zulässig. Anders als Börsen wie OKX oder Kraken, die ihre Lizenzierung rechtzeitig abgeschlossen haben, gehört Bitget damit zu den Anbietern, die den EU-Markt zunächst verlassen müssen.

Ob und wann Bitget eine MiCA-Zulassung erhält und den EU-Betrieb neu aufnimmt, ist zum aktuellen Zeitpunkt offen. Den jeweils aktuellen Stand prüfst du mit dem CoinTracking MiCA-Check.

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Welche Services deckt die MiCA-Regulierung bei Bitget ab?

Da Bitget keine MiCA-CASP-Lizenz besitzt, sind alle relevanten EU-Dienstleistungen betroffen. MiCA regelt zehn Kategorien von Krypto-Dienstleistungen, darunter:

  • Verwahrung und Verwaltung von Krypto-Assets
  • Betrieb einer Handelsplattform
  • Tausch von Krypto-Assets gegen Fiat-Währungen oder andere Kryptos
  • Ausführung von Aufträgen, Portfolioverwaltung und Transferdienste
  • Staking und weitere Renditeangebote

Für EU-Nutzer bedeutet das: Alle diese Services, die Bitget bislang angeboten hat, dürfen ohne CASP-Zulassung ab dem 1. Juli 2026 nicht mehr bereitgestellt werden. Einzige Ausnahme bilden Auszahlungen – diese sollen aktiv bleiben, um Nutzern den geordneten Abzug ihrer Guthaben zu ermöglichen.

Wer auf Bitget aktuell Positionen im Bereich Futures, Kopierhandel oder andere derivative Produkte hält, sollte prüfen, ob diese vor dem Stichtag geschlossen werden müssen. Für die steuerliche Behandlung solcher Positionen ist eine lückenlose Dokumentation des vollständigen Transaktionsverlaufs unerlässlich.

Was bedeutet Bitgets fehlende MiCA-Lizenz für EU-Anleger?

Wenn dein Konto bei Bitget liegt, gibt es mehrere Punkte, die du jetzt angehen solltest:

  • Transaktionsverlauf exportieren: Lade deinen vollständigen Bitget-Verlauf als CSV-Datei herunter, solange der Zugang noch uneingeschränkt besteht. Nach dem Stichtag könnte sich das ändern.
  • Guthaben auf lizenzierte Plattform übertragen: Ein Transfer zwischen deinen eigenen Konten ist in Deutschland kein steuerpflichtiges Ereignis – die Kostenbasis und Haltefristen bleiben erhalten.
  • Keine Panik bei laufenden Positionen: Auszahlungen bleiben voraussichtlich aktiv. Du hast Zeit für einen geordneten Wechsel – aber handle nicht auf den letzten Drücker.
  • Dokumentation sichern: Bewahre alle Export-Dateien sorgfältig auf. Sie sind die Grundlage für deine Steuererklärung und können bei einer Prüfung durch das Finanzamt relevant sein.

Wichtig zur Einordnung: Deine Kryptowährungen existieren weiterhin auf der Blockchain. Was sich ändert, ist der Zugang zur Plattform für neue Aktivitäten – nicht der Besitz deiner Assets. Wer gut vorbereitet ist, kann diesen Wechsel ohne steuerliche Nachteile und ohne Datenverlust vollziehen. Was Nutzer einer Börse ohne MiCA-Lizenz generell erwartet, erläutert unser Artikel Was passiert mit meinen Kryptos auf einer nicht-lizenzierten Börse?

Bitget im Vergleich: MiCA-lizenzierte Kryptobörsen

Wer von Bitget auf eine regulierte Alternative wechseln möchte, hat mehrere solide Optionen. Die folgende Tabelle zeigt MiCA-lizenzierte Börsen, die für EU-Nutzer weiterhin aktiv bleiben. Den stets aktuellen Lizenzstatus prüfst du kostenfrei mit dem CoinTracking MiCA-Check.

BörseLizenzland (MiCA)Regulierungsbehörde
Coinbase (EU)LuxemburgCSSF
Kraken (EU)IrlandCBI
OKXMaltaMFSA
Crypto.comMaltaMFSA
BitpandaÖsterreichFMA
BitvavoNiederlandeAFM

Die Liste wächst laufend. Einige Anbieter haben ihren Antrag gestellt, aber die Genehmigung steht noch aus – ähnlich wie Bitget selbst mit seinem österreichischen Antrag. Verlasse dich daher nicht auf ältere Listen, sondern prüfe den Status aktuell. Zum Vergleich: Wie die Situation bei einem anderen Anbieter ohne MiCA-Lizenz aussieht, zeigt unser Artikel zu Binance, das ebenfalls seinen EU-Betrieb einstellt.

Bitget, MiCA und Steuern: DAC8 und was du dokumentieren musst

Die fehlende MiCA-Lizenz von Bitget hat auch steuerliche Implikationen, die du kennen solltest.

DAC8 und automatischer Datenaustausch: Die EU-Richtlinie DAC8 verpflichtet Krypto-Börsen, Transaktionsdaten ihrer EU-Nutzer an die Steuerbehörden zu melden. Die Datensammlung läuft seit 2026, die erste Meldung an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) erfolgt 2027 für das Steuerjahr 2026. Da Bitget ab dem 1. Juli 2026 keine MiCA-Lizenz hat, ist unklar, in welchem Umfang rückwirkende Meldepflichten für vergangene Transaktionen greifen. Das ändert jedoch nichts an deiner eigenen Pflicht: Du bist unabhängig von DAC8 dazu verpflichtet, deine Krypto-Gewinne vollständig zu deklarieren.

Was in Deutschland steuerpflichtig ist:

  • Gewinne aus dem Verkauf oder Tausch von Kryptowährungen sind als privates Veräußerungsgeschäft steuerpflichtig, wenn die Haltedauer unter einem Jahr liegt und der Jahresgewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften die Freigrenze von 1.000 EUR erreicht oder übersteigt (gültig ab Veranlagungsjahr 2024) – dann ist der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht nur der übersteigende Teil.
  • Der Transfer von Kryptowährungen zwischen deinen eigenen Wallets oder Börsenkonten ist in Deutschland kein steuerpflichtiges Ereignis. Du musst aber die Kostenbasis lückenlos weiterführen.
  • Staking-Erträge unterliegen als sonstige Einkünfte der Einkommensteuer. Wichtig: Nicht geclaimte Staking-Rewards gelten steuerlich spätestens zum Jahresende (31. Dezember) als zugeflossen – auch wenn sie nicht aktiv eingefordert wurden. Auch hier ist eine lückenlose Dokumentation entscheidend.

Einen vollständigen Überblick zur steuerlichen Behandlung findest du im Krypto-Steuer Deutschland 2026 Guide.

Bitget-Daten in CoinTracking importieren

Bevor du dein Bitget-Konto schließt oder Assets überträgst, sicherst du deinen vollständigen Transaktionsverlauf. Dafür gibt es zwei Wege:

  • API-Anbindung: Du erstellst in deinem Bitget-Konto einen API-Schlüssel mit Leserechten und hinterlegst ihn in CoinTracking. Neue Transaktionen werden danach automatisch synchronisiert, ohne dass du manuell exportieren musst.
  • CSV-Import: Du exportierst deinen vollständigen Handels- und Kontoverlauf aus Bitget als CSV-Datei und lädst sie in CoinTracking hoch. CoinTracking erkennt das Bitget-Format automatisch und ordnet alle Transaktionstypen – Spothandel, Ein- und Auszahlungen, Staking-Erträge – korrekt zu.

Das ist besonders wichtig, wenn du in den nächsten Jahren Kryptowährungen verkaufst, die du ursprünglich über Bitget erworben hast. Ohne lückenlosen Verlauf kann das Finanzamt im Zweifel Anschaffungskosten nicht anerkennen – mit einem vollständigen Import in CoinTracking bist du auf der sicheren Seite, egal auf welcher Plattform du künftig handelst.

Bitget-Transaktionen in CoinTracking importieren

Importiere deinen vollständigen Bitget-Verlauf per CSV – automatisch erkannt, Kostenbasis und Haltefristen korrekt weitergeführt.

Fazit

Bitget hat keine MiCA-CASP-Lizenz und verlässt den EU-Markt zum 1. Juli 2026. Der laufende Antrag in Österreich und die Ankündigung eines litauischen Hubs zeigen, dass die Börse langfristig in Europa aktiv sein möchte – für EU-Nutzer löst das den aktuellen Handlungsbedarf jedoch nicht auf.

Das Wichtigste jetzt: Transaktionsverlauf exportieren, Assets auf eine MiCA-lizenzierte Plattform übertragen und die steuerliche Dokumentation sicherstellen. Ein Transfer zwischen eigenen Konten ist kein steuerpflichtiges Ereignis, solange Kostenbasis und Haltefristen korrekt weitergeführt werden – genau das übernimmt CoinTracking für dich.

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Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Steuerliche Regelungen können sich ändern und hängen von deiner persönlichen Situation ab. Für individuelle Beratung wende dich an einen qualifizierten Steuerberater.
Bünyamin Ögdüm, Leiter Steuer-Betrieb
Autor

Bünyamin Ögdüm

Leiter Steuer-Betrieb

Bünyamin leitet den Steuer-Betrieb bei CoinTracking. Er übersetzt komplexe Krypto-Steuerregeln in klare, umsetzbare Anleitungen für Trader und Investoren weltweit.

Häufig gestellte Fragen zu Bitget MiCA-Lizenz

Nein. Bitget besitzt keine MiCA-CASP-Lizenz und ist nicht im offiziellen ESMA-Register der lizenzierten Krypto-Dienstleister geführt (Stand: 30. Juni 2026). Bitget hat zwar in Österreich einen MiCA-Antrag gestellt, dieser wurde bislang jedoch nicht genehmigt. Ab dem 1. Juli 2026 endet der reguläre EU-Betrieb. Den aktuellen Lizenzstatus jeder Börse prüfst du kostenfrei mit dem CoinTracking MiCA-Check.

Nein, deine Kryptowährungen sind nicht verloren. Bitget verlässt den EU-Markt – das ist kein Zusammenbruch wie bei FTX, sondern ein regulatorisch bedingter Rückzug. Ab dem 1. Juli 2026 stellt Bitget Neukäufe und Einzahlungen für EU-Nutzer ein, Auszahlungen sollen jedoch aktiv bleiben. Wichtig: Exportiere deinen vollständigen Transaktionsverlauf jetzt und übertrage deine Assets rechtzeitig auf eine MiCA-lizenzierte Börse.

Börsen sammeln seit 2026 Nutzerdaten für die DAC8-Meldepflicht. Die erste Meldung an das Bundeszentralamt für Steuern erfolgt 2027 für das Steuerjahr 2026. Ob und in welchem Umfang Bitget rückwirkend für vergangene Transaktionen meldet, ist wegen der fehlenden MiCA-Lizenz unklar. Unabhängig davon bist du verpflichtet, deine Krypto-Gewinne selbst korrekt zu deklarieren.

Das bloße Übertragen von Kryptowährungen zwischen deinen eigenen Börsenkonten ist in Deutschland kein steuerpflichtiges Ereignis. Entscheidend ist, dass du deine Kostenbasis und Haltefristen lückenlos mitführst, damit spätere Verkäufe korrekt berechnet werden. CoinTracking übernimmt das beim Import beider Börsen automatisch.

DAC8 ist die EU-Richtlinie, die Krypto-Börsen verpflichtet, Transaktionsdaten ihrer Nutzer an die Steuerbehörden zu melden. Börsen sammeln die Daten seit 2026, die erste Meldung erfolgt 2027 an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt). Unabhängig von DAC8 bist du verpflichtet, deine Krypto-Gewinne vollständig zu deklarieren – eine lückenlose eigene Dokumentation deines Bitget-Verlaufs ist deshalb jetzt besonders wichtig.

Gewinne aus dem Verkauf oder Tausch von Kryptowährungen sind in Deutschland als privates Veräußerungsgeschäft steuerpflichtig, wenn zwischen An- und Verkauf weniger als ein Jahr liegt und der Jahresgewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften die Freigrenze von 1.000 EUR erreicht oder übersteigt (gültig ab Veranlagungsjahr 2024) – dann ist der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht nur der übersteigende Teil. Du benötigst deinen vollständigen Transaktionsverlauf mit Kostenbasis und Haltefristen. CoinTracking importiert deine Bitget-Daten per CSV und berechnet die steuerlich relevanten Werte automatisch. Mehr dazu im Krypto-Steuer Deutschland 2026 Guide.

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